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Wanderschuhe Kaufberatung

Wandern mit Bergfreunde.deWelcher Schuh für welche Unternehmung? Wanderschuhe Beratung

Bergschuhe gibt es wie Sand am Meer und inzwischen in unterschiedlichen Kategorien, die sich auch noch überschneiden. Und dennoch haben viele von ihnen ihre Daseinsberechtigung, wenn es darum geht, am Berg optimale Leistung zu erzielen und die Füße zu schützen.

Um zum richtigen Schuh zu kaufen, muss man sich vorher genau überlegen, welchen Einsatzzweck der Schuh überhaupt haben soll und in welcher Jahreszeit man ihn einsetzen möchte.

Hier mal ein kleiner Überblick darüber, welche Schuharten es gibt, in welche Gruppen sie sich einteilen und wofür Du sie benutzen kannst.

Wanderschuhe Beratung

Wanderschuhe Beratung

Wanderschuhe Beratung

 

Multisportschuhe

Multisportschuhe sind bequeme, niedrige oder knöchelhohe Schuhe für den Alltag und auf Wanderwegen unabhängig davon, ob nun im heimischen Wald, im Gebirge oder den Weg zur Arbeit.

Sie sind in erster Linie leicht und relativ flexibel in ihrer Konstruktion von Sohle und Schaft.

Anwendungsgebiete: leichte Tagestouren mit wenig Gepäck, Zustiege, Alltag, Spazierengehen

Multisportschuhe

Wanderschuhe

Wanderschuhe (auch Hikingschuhe genannt) sind sicherlich die beste Lösung für weitere Strecken, bei denen es neben den Wanderwegen auch mal zu unwegsamem Gelände kommen kann, wie Querfeldeinläufe oder Wanderwege, die länger nicht gepflegt wurden.

Neben dem Untergrund ist auch das Gewicht des Gepäcks entscheidend. Wer einen schweren Rucksack trägt, kann etwas Unterstützung durch die Schuhe gut gebrauchen.

Sie unterstützen durch eine festere Sohle, gleichzeitig unterstützt der stabilere Schaft den Knöchel und schützt außerdem vor Verletzungen, z.B. durch ein Umknicken.

Anwendungsgebiet: mehrtägige Hüttentour, Tagestouren in schwerem Gelände

Wanderschuhe

Trekkingschuhe

Beim Trekking ist man lange Strecken über viele Tage unterwegs und trägt dabei vom Zelt über den Schlafsack und den Kocher mit was man braucht. Sprich, man hat viele Kilos auf dem Rücken, nicht immer die besten Wege unter den Füßen und läuft sehr lange Strecken am Stück.

Hier braucht man Schuhe, die den Fuß maßgeblich unterstützen und schützen. Das geschieht über einen festen hohen Schaft, der dem Fuß Stabilität gibt. Die Sohle sollte über eine gute und dauerhafte Dämpfung verfügen und ein griffiges Profil haben, welches sich auch nicht so schnell abläuft. Gleichzeitig ist die Sohle bereits für die Abrollbewegung vorgeformt, das macht langes Laufen weniger anstrengend.

Anwendungsgebiete: Lange Trekkingtouren mit schwerem Gepäck und unebene Wegen

Trekkingschuhe

Bergstiefel / Bergschuhe

Bergstiefel sind für die wirklich alpinen Unternehmungen unerlässlich. Ob nun Eisklettern oder Hochtour, im Gebirge kommt es auf optimale Unterstützung des Fußes und den Schutz von Geröll und Schnee an.

Dazu zählt eine gute Einlage, ein hoher Schaft und guter Grip auf Schnee, Geröll und beim Klettern. Wichtigstes Merkmal von Bergstiefeln ist die steife Sohle. Die ist notwendig um Steigeisen Halt zu geben. Aufgrund der steifen Sohle eignen sich die Schuhe auch gut für Klettersteige und kleine Kletterpassagen.

Anwendungsgebiete: Hochtouren, Eisklettern, Klettersteig, Wintertouren

La Sportiva – Trango S Evo GTX

La Sportiva Trango S Evo GTX

Steigeisenfestigkeit

Ein entscheidendes Kriterium beim Schuhkauf ist die Frage nach der Steigeisentauglichkeit. Hier unterscheidet man drei Kategorien.

nicht steigeisenfest
Der Schuh verfügt nicht über Aufnahmen für eine Steigeisenbindung. Bei ausreichend steifer Sohle (die haben die meisten festeren Wander- und Trekkingschuhe) kann dennoch ein Steigeisen montiert werden. Als Bindung dient in diesem Fall eine Kombination aus Kunststoffkörbchen und Riemen. Für kurze Gletscherpassagen oder Schneefelder ist diese Lösung ausreichend, für längere Hochtouren sollte man eher zu einer stabileren Kombination greifen. Für’s Eisklettern taugt diese Kombination gar nicht.

bedingt steigeisenfest
Der Schuh hat eine ausreichend steife Sohle um ein Steigeisen zu verwenden. Die Sohle verfügt allerdings nur hinten über eine Einkerbung, man kann also Steigeisen mit einer Kipphebelbindung hinten und Körbchen vorne verwenden.

voll steigeisenfest
Für den perfekten Sitz und die schnelle Montage, vor allem bei Hochtouren und Winterbegehungen, eignen sich Steigeisen mit Kipphebelbindung hinten und Drahtbügel vorne. Dafür benötigst Du aber einen voll steigeisenfesten Stiefel. In dessen Sohle sind Kerben eingearbeitet, in die die Kippbindung eingeklemmt werden kann.

Bergschuhe sind “abwärts kompatibel”: Auf einen voll steigeisenfesten Schuh passt jede Form von Steigeisen. Ob es aber sinnvoll ist auf einen voll steigeisenfesten Schuh ein Steigeisen mit zwei Körbchen zu packen, muss jeder für seine Anwendung selbst entscheiden.

Trailrunning

Trailrunningschuhe sind sehr leichte, meist niedrige Laufschuhe mit gröber profilierter Sohle. Sie bieten einem trainierten und erfahrenen Wanderer auf leichten Wanderwegen ausreichend Halt. Allerdings bieten sie in tieferem Geröll kaum Schutz für Fuß, Sprunggelenk und Schienbein.

Anwendungsgebiete: Trailrunning, leichte Wanderungen auf guten Wegen

salomon speedcross 3

Salomon Speedcross

Wasserdicht, wasserabweisend, Kunstfaser oder Leder, Membran oder nicht?

Abhängig vom Einsatzzweck und –gebiet kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. So vielfältig wie die Materialien, sind auch deren Vor- und Nachteile.

Leder
Ist sehr stark wasserabweisend und kann – entsprechende Verarbeitung der Nähte und Imprägnierung vorausgesetzt – auch wasserdicht sein. Oft wird dem Leder als Unterstützung noch eine Membran hinzugefügt, damit die Dichtigkeit noch größer und weniger von der Pflege des Schuhs abhängig ist. Leider ist ein Lederschuh relativ schwer im Vergleich zu seinen textilen Konkurrenten.

Bei entsprechender Pflege kann ein Lederbergschuh nahezu ewig halten. Alle “Verschleißteile” wie Einlagen, Schnürsenkel und irgendwann eine abgelaufene Sohle, lassen sich ersetzen.

Textile Kunstfasern
sind von sich aus erstmals höchstens wasserabweisend. Erst eine Membran lässt sie wasserdicht werden. Schuhe aus textilem Material sind dafür deutlich leichter als Lederschuhe, dafür sind sie aber oft nicht so langlebig wie Lederschuhe.

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Membran oder nicht
Eine wasserdichte Membran ergibt Sinn, wenn der Schuh im Frühjahr, Herbst oder Winter eingesetzt wird. Eine Membran braucht zum Funktionieren eine Druck- und Temperaturgefälle, das sich nur bei einer niedrigen Außentemperatur einstellt. Bei sommerlichen Temperaturen wird die Membran in ihrer Atmungsaktivität so eingeschränkt sein, dass sie den Wasserdampf nur eingeschränkt abtransportiert. Die Feuchtigkeit sammelt sich folglich im Schuh. Weißt Du allerdings, dass Du bei sommerlichen Temperaturen viel im Regen laufen wirst (oder im nassen hohen Gras), dann empfiehlt sich ebenfalls eine wasserdichte Membran.

Schuhe ohne Membran haben eine deutlich bessere Ventilation, folglich wird Wasserdampf hier besser abtransportiert.Dafür sind sie nur begrenzt wasserdicht. Sie werden im Sommer eingesetzt, wenn höchstens mal ein Regentag oder ein paar Schauer zu erwarten sind.

Bei der Frage Membran oder nicht muss Du also wissen, in welchen Temperaturen Du hauptsächlich unterwegs bist und ob Deine Schuhe wasserdicht sein sollen.

Im Bereich der Bergstiefel wirst Du fast immer wasserdichte Modelle finden, da hier die Chance, mit Schnee oder Regenwasser in Kontakt zu kommen einfach am größten ist.

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1 Kommentar

  • Janina says:

    Hallo,

    vielen Dank für den tollen Beitrag und die kompakte Zusammenfassung der verschiedenen Schuhmodelle. Gerade beim Kauf von neuen Wanderschuhen können die vielen verschiedenen Begrifflichkeiten wie Wanderschuhe, Wanderhalbschuhe, Wanderstiefel, Bergstiefel oder Trekkingschuhe schnell zur Verwirrung führen.

    LG
    Janina

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